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LIEBE FREUNDE UND WEINFREUNDE,

2011 durften wir einen nahezu perfekten Weinjahrgang einfahren.

Die Mostgewichte reichen bis in den Bereich hoher Auslesen. Es soll nicht
überheblich klingen, aber es ist fast so, als hätten wir uns daran in den
vergangenen 15 Jahren gewöhnt. Hohe Qualität ist quasi normal; wir wären
allenfalls enttäuscht, wenn wir wirklich nur einen einfachen Jahrgang
hätten. Der Klimawandel lässt grüßen - hier in einer positiven Form.

Nein, das Auffallende vom 2011er ist, dass die hohe Qualität einherging mit
einer wirklich guten Menge. Das habe ich in meiner 26jährigen Laufbahn in
dieser Form noch nicht erleben dürfen.
Sonst drückte mal der Frost, eine Pilzkrankheit oder zuviel oder zu wenig
Niederschlag den Ertrag. Man gelobte, die Fehler im Anbau des jeweils
vergangenen Jahres nicht zu wiederholen. Und war dies gelungen, dann brachte
der nächste Jahrgang wieder völlig andere Problematiken....

Schlussendlich: Es war vor Allem das hochsommerliche Wetter in März, April
und Mai, welchem wir einen wirklich gigantischen Vegetationsvorsprung von
fast einem Monat verdankten.
Das muss man sich vorstellen: Zu jenem Zeitpunkt hatten wir die
Temperatursumme eines vollen Monats "zuviel". Wäre der Monat Juni also
ausgefallen, hätten die Pflanzen in Bezug auf die Temperatur immer noch ein
"normales" Jahr erlebt.
Dieser Vorsprung schrumpfte zwar im regnerischen Sommer auf etwa zwei
Wochen. Dennoch konnten die Trauben mit diesem Vorsprung in die Reifephase
eintreten. Und waren außerdem ausreichend mit Bodenfeuchte versorgt.

Wir können uns also freuen auf leckeren Wein. Und auch darauf, dass nicht
manche Sorten mitten im Sommer schon wieder leergetrunken sein werden.

Prosit!
Klaus Stülb